Fotoworkshop im Zoo Vivarium Darmstadt

Zu meinem 51ten Geburtstag schenkte mir meine Freundin einen Gutschein für einen Fotoworkshop im Zoo Vivarium Darmstadt.

Ein schönes Geschenk, da ich gerne fotografiere und auch immer gerne dazu lerne. Und bei der Fotografie lernt man nie aus. Ganz toll ist vor allem, dass man im Gehege fotografieren kann und so ganz nah bei den Tieren ist. Der Workshop wird vom professionellen Fotografen Reinhard Mink geleitet und dauert ca. vier Stunden. Das Angebot richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen. Anfänger bekommen eine Einführung zu den wichtigsten Aspekten der Fotografie. Zudem steht Reinhard für die Teilnehmer mir Rat und Tat zur Verfügung. Durch die Limitierung auf vier Teilnehmer, bekommt man eine ganz individuelle Betreuung.

Ausrüstung

Verwendet habe ich die Leica SL2-S mit dem neuen Sigma 16-28mm F2.8 und das Leica 24-70mm F2.8. Für Teleaufnahmen habe die Olympus E-M1 Mark III mit dem 40-150mm F2.8 Pro mitgenommen. Denn für die Leica hatte ich zu dem Zeitpunkt noch kein Teleobjektiv (inzwischen habe ich das Sigma 150-600mm F5-6.3 Sports).

Seychellen-Riesenschildkröte

Begonnen haben wir bei schönstem Sommerwetter im Gehege der Riesenschildkröten. Wir waren etwas unsicher, ob wir das Gehege betreten sollten, da sich zwei Schildkröten gerade sexuell betätigten, aber die Pflegerin meinte, das wäre kein Problem, wir würden nicht stören. Das Schauspiel war dann auch schnell vorbei, sodass wir uns mit unseren Kameras den Tieren näherten und aus allen möglichen Perspektiven Fotos machten.

Die Riesenschildkröten können bis zu 152 Jahre alt werden. Mit 80 Jahren sind sie sozusagen im besten Alter.

Schopfmakaken

Wer kennt es nicht? Das Foto mit dem Makaken Maruto, der von sich ein Selfie machte und sich dabei so perfekt getroffen hat, dass das Foto um die ganze Welt ging. Dabei war die Frage, ob der Fotograf, dem die Kamera gehörte, das Recht an dem Foto hat oder der Affe. Ein Urteil wurde zu Ungunsten des Affen gefällt.

Das Selfie des Makaken Maruto – Foto: (c) David J. Slater

Reinhard bekam von den Pflegern eine Schale mit Obst, das er den Affen zuwarf. Bei den Makaken mussten wir außerhalb des Geheges bleiben. Da war es gut, dass ich das Teleobjektiv dabei hatte, das ich ansonsten nicht unbedingt gebraucht hätte.

Silber- und Totenkopfäffchen

Bei den bolivianischen Totenkopfäffchen durften wir wieder ins Gehege. Auch hier hatte Reinhard eine Dose mit Leckereien dabei. Die kleinen Kerlchen waren überhaupt nicht scheu und turnten auf uns herum, während wir fotografierten. Sie waren sehr neugierig und verspielt. Ein Äffchen steckte sogar seinen Kopf in die Gegenlichtblende meines Objektivs – als ob es darin etwas interessantes zu sehen gäbe.

Was gibt es wohl in meinem Objektiv zu sehen?
Die Äffchen sind alles andere als scheu
Das Silberäffchen ist noch kleiner als die Totenkopfäffchen. Hier konnten wir nicht ins Gehege.

Flachlandtapire

Vor Eintritt in das Gehege der beiden Tapire Tessa und Matheo (Mutter und Sohn) wurden wir von Reinhard gewarnt, dass wir uns nicht auf Spielerei mit den Tapiren einlassen sollten, da dies sehr schmerzhaft sein könne. Die Tapire meinen es nicht böse, spielen aber wohl auf eine etwas rüde Art, sodass mindestens blaue Flecken zurückbleiben. Doch an dem heißen Sommertag hatten die Tapire wohl mehr Lust auf Streicheleinheiten.

Kaum betraten wir das Gehege, schmiss sich Matheo schon auf den Boden und wollte gekrault werden. Er war sehr verschmust und neugierig.

Andere Tiere

Mit dem Besuch des Tapir-Geheges endete der Fotoworkshop. Es hat mir viel Spaß gemacht bei den Tieren. So nah an die Tiere heran zu kommen ist schon etwas Besonderes – alleine deshalb lohnt sich die Teilnahme an dem Fotoworkshop. Ich habe über 800 Fotos geschossen und davon letztlich weniger als 70 behalten. Ich habe rigoros aussortiert. Das heißt nicht, dass die aussortieren Fotos schlecht oder missraten sind, aber ich habe mich auf eine Auswahl an Fotos beschränkt – ansonsten geht man in der Bilderflut unter.

Auch nach dem Fotokurs kann man auf dem Gelände des Zoos bleiben und sich in Ruhe umschauen. Es gab ja noch einige andere Tiere. Einige davon habe ich auch fotografiert und zeige sie hier.

Der blaue Pfau

Flamingos

Schmetterlinge

Auf dem Gelände gibt es ein Schmetterlingshaus.

Das 24-70 Objektiv hat schon fast Makroqualitäten – Aufnahme mit ISO 2500!

Binturong

Binturongs werden auch als Schleichkatzen bezeichnet.

Bildbearbeitung

Einige Tiere habe ich freigestellt, d.h. aus dem Hintergrund herausgelöst und den Hintergrund durch schwarz ersetzt. Das ist insofern schwierig, da die Tiere feine Härchen haben. Wenn man da nicht aufpasst, sieht man es sehr deutlich an den Rändern, dass das Objekt freigestellt wurde. Anfangs hatte ich mit Capture One Pro 22 für Mac meine Probleme. Dann versuchte ich es mit Affinity Photo (beste Alternative zu Photoshop und ohne Abomodell) und erhielt keine besseren Ergebnisse, obwohl ich einer guten Anleitung gefolgt bin.

Um die Ränder besser darzustellen, legte ich eine radiale Verlaufsmaske über das Objekt und zog die Belichtung nach unten, sodass das Objekt an den Rändern abgedunkelt wurde. Dann ging ich mit dem Radierer über die Maske und hellte die Ränder wieder leicht auf, achtete aber darauf, dass die äußersten Ränder sehr dunkel blieben.

Das unbearbeitete Originalfoto
Das Ergebnis der Bildbearbeitung mit Capture One

Warum Capture One?

Der Platzhirsch der RAW-Konverter ist definitiv Lightroom (LR) von Adobe. Ich konnte mich mit der Bedienoberfläche von LR nie so richtig anfreunden. Capture One (C1) bedarf zwar mehr Einarbeitungszeit als LR, wenn man aber die wichtigsten Werkzeuge kennengelernt hat, kann man mit C1 sehr schnell gute Ergebnisse erzielen. Die Bedienoberfläche lässt sich nach eigenen Bedürfnissen anpassen.

Für die Art von Bearbeitung wie ich sie hier gezeigt habe – das Freistellen von Motiven, benötigt man Ebenen und Masken. Das beherrscht C1 deutlich besser als LR, da man auf eine Maske die meisten der vorhandenen Werkzeuge anwenden kann. Bei LR ist man da deutlich eingeschränkter.

Natürlich gibt es auch Dinge, die LR besser kann als C1 (z.B. HDR, Wasserzeichen), aber alles in allem komme ich mit C1 gut zurecht und würde mich auch heute wieder für C1 entscheiden.

Ich versuche alle Bearbeitungsschritte der Bildbearbeitung ausschließlich in C1 vorzunehmen und auf externe Software zu verzichten, da dies den Workflow verkompliziert und zudem deutlich verlängert.

Freche Kerlchen

….und hier nochmal ein paar Fotos der frechen Totenkopfäffchen….


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