Gitzo Reisestativ GK1545T-82TQD

Mein Reisestativ von Gitzo habe ich mir im April 2022 für 559,00 Euro bei Foto Meyer gekauft. Es handelt sich um ein Kit bestehend aus Stativ mit Carbon-Beinen und einem Kugelkopf aus Metall. Das Kit hat die Bezeichnung Gitzo Traveler Kit | Serie 1 | GK1545T-82TQD.

Ich möchte das Stativ hier vorstellen, da ich von dem Produkt überzeugt bin und es auch heute wieder kaufen würde.

Zudem möchte ich hier einen alternativen Kugelkopf von Manfrotto vorstellen, der über eine Friktionskontrolle verfügt.

Update 11.05.2025: Den Beitrag habe ich immer wieder ergänzt und aktualisiert. Inzwischen habe ich die Sony Alpha-Variante des o.g. Gitzo Stativs mit der Bezeichung GK1545TA. Ich habe mich in letzter Zeit intensiver mit der Marke Gitzo beschäftigt, sodass es in diesem Beitrag nicht nur um das o.g. Stativ geht, sondern um die Marke Gitzo im Allgemeinen.

Ich hatte auch für kurze Zeit ein Manfrotto Befree GT PRO Carbon-Stativ (MTBFRTC4GTFB). Die qualitativen Unterschiede zwischen Gitzo und Manfrotto sind doch enorm, sodass ich bei der Marke Gitzo geblieben bin.

Meine Kriterien

Folgende Kriterien waren mir wichtig:

  • Eine ergonomische Arbeitshöhe, die einen Blick durch den Kamerasucher ermöglicht, ohne, dass man sich bücken muss.
  • Leicht und dennoch stabil.
  • Kompaktes Packmaß, sodass man es gut an einer Tasche oder einem Rucksack befestigen kann.
  • Flexibilität – z.B. die Möglichkeit, möglichst bodennah arbeiten zu können.
  • Maximal vier Beinsegmente, idealerweise mit Schraubverschluss anstatt Hebeln
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Gutes Preis-/Leistungsverhältnis

Alle diese Kriterien erfüllt das hier vorgestellte Reisestativ von Gitzo.

Hochwertige Verarbeitung

Das Stativ ist hochwertig verarbeitet. Zudem wurden hochwertige Materialien verwendet. Die Mechanik läuft butterweich. Alles fühlt sich gut an, sodass es keine Anlass zu Kritik gibt. Man zahlt bei Gitzo deutlich mehr als für die Konkurrenz aus China, bekommt dafür aber auch außergewöhnlich gute Qualität.

Beine aus Carbon

Da es sich bei dem Stativ um Beine aus Carbon handelt, ist das Stativ relativ leicht und dennoch stabil. Das Material Carbon dämpft zudem Vibrationen gut ab. Ein Stativ aus Aluminium ist deutlich schwerer und trotzdem nicht stabiler.

Stahl und Aluminium

Alles andere (Kugelkopf, Gelenke, Schrauben, Regler etc.) ist aus Stahl und Aluminium sowie zum kleinen Teil aus Kunststoff und Gummi (z.B. gummierte Drehregler) gefertigt.

Nachhaltigkeit

Durch die hochwertige Verarbeitung und die hochwertigen Materialien werde ich wohl lange Freude an dem Stativ haben und es lange verwenden. Wer billig kauft, kauft zweimal. Daher zahlt es sich aus in Qualitätsprodukte zu investieren.

Lieferumfang Original Gitzo

  • Stativ GT1545T
  • Kugelkopf GH1382TQD
  • Schnellwechselplatte GS5370SD (wurde inzwischen ersetzt durch eine neue Platte mit der Bezeichnung GS5370SDR)
  • Lange Mittelsäule
  • Verkürzte Mittelsäule
  • 35mm Auflageteller mit Doppelschraube für 1/4 Zoll und 3/8 Zoll
  • Abschlusskappe für Mittelsäule (ohne Haken)
  • Gewindeadapter 3/8 Zoll auf 1/4 Zoll
  • 2 Imbusschlüssel (2,5mm | 3,0mm)
  • 1 Torxschlüssel (4mm) für die Gelenkschrauben
  • Trageriemen
  • Aufbewahrungsbeutel
Die auf folgendem Foto gezeigte Wechselplatte ist nicht die Original-Schnellwechselplatte von Gitzo!

Technische Daten

Die wichtigsten Daten sind fett hervorgehoben.

  • Vierteilige Stativbeine aus Carbon | ein- und ausfahrbar über Drehmechanismus
  • Gummierte Stativfüße | auswechslbar | keine Spikes im Lieferumfang enthalten
  • Basisdurchmesser Auflageteller & Kugelkopfbasis: 35mm
  • Arbeitshöhe Kugelkopf inkl. Wechselplatte 10,3cm
  • Gewicht Stativ inkl. langer Mittelsäule 1.046g | Kugelkopf 349g | Gesamtgewicht 1,4kg
  • Max. Zuladung Stativ 10kg | Kugelkopf 11kg
  • Min. Arbeitshöhe ohne Kugelkopf 21,5cm | mit Kugelkopf 31,8cm
  • Max. Arbeitshöhe Mittelsäule oben | ohne Kugelkopf 153,5cm | mit Kugelkopf 163,8cm
  • Max. Arbeitshöhe Mittelsäule unten | ohne Kugelkopf 130cm | mit Kugelkopf 140,3cm
  • Packmaß 42,5cm
  • Lange Mittelsäule inkl. Auflageteller 31cm
  • Kurze Mittelsäule inkl. Auflageteller 8cm

Funktionalität

  • Sehr hochwertig verarbeitet mit Metall, Carbon und zum Teil Kunststoff sowie Gummierung
  • Rändelräder aus Metall mit geriffelter Gummierung
  • Beine lassen sich um 180° schwenken….
  • sodass das Stativ sehr kompakt transportiert werden kann….
  • Mittelsäule umkeherbar und austauschbar gegen verkürzte Mittelsäule
Kurze Mittelsäule für bodennahes Arbeiten
Der Auflageteller ist wechselbar und mit einer Doppelschraube ausgestattet, sodass man 1/4 Zoll oder 3/8 Zoll nutzen kann.
Die lange Mittelsäule mit Auflageteller
  • Keine Friktionskontrollschraube für die Friktion der Kugel
  • Panoramateller mit Grad-Einteilung
  • Libelle integriert in Kugelkopf-Klemme
  • Kugelkopfklemme Arca-Swiss-kompatibel
  • Abschluss der Mittelsäule ohne Haken (lässt sich jedoch durch Drittherstellerprodukt nachrüsten)

Zubehör

Haken

Als Zubehör gibt es z.B. einen Haken, den man anstelle des Abschlusspfropfens auf der Mittelsäule aufschraubt. An dem Haken kann man Gewichte anbringen, um das Stativ noch weiter zu stabilisieren.

Es gibt günstige Haken für ca. 13 Euro aus China (bei ebay die Suchbegriffe Gitzo 1545 Haken eingeben) oder das Original von Gitzo (Teile-Nr.: D104214) für ca. 30 Euro zu kaufen, z.B. hier.

Hier ein Haken aus China.
Ein Original Gitzo Haken (Teile-Nr.: D104214)

Stativtasche

Von Gitzo gibt es für die Traveler-Stative auch eine extra Tasche. Hier sollte man das größere Modell GC2202T wählen, da einige Nutzer sich bei der kleineren Tasche (GC1202T) darüber beschwert haben, dass die Tasche zu klein ist. Die Tasche ist mit einem Preis von 80-100 Euro nicht gerade günstig, aber vermutlich gut verarbeitet.

Gitzo GC2202T

Günstiber mit ca. 12-20 Euro ist eine Tasche von Manfrotto (MBAGBFR2), jedoch ist davon auszugehen, dass diese nicht so funktional und gut verarbeitet ist wie die Tasche von Gitzo.

Die Tasche von Manfrotto ist zwar billig, aber vermutlich auch billig verarbeitet.

Der Kugelkopf GH1382TQD

Der Kugelkopf ist hochwertig verarbeitet und hat eine Klemme mit Arca-Swiss-Fräsung. Er hat eine Höhe von 9,4cm ohne Wechselplatte und 10,3cm mit Wechselplatte. Der Kugelkopf wiegt 349g ohne Wechselplatte und 377g mit Wechselplatte. Der Kugelkopf kann Ausrüstung mit einem Gewicht bis zu 11kg aufnehmen.

Die alte Wechselplatte (GS5370SD) war noch ohne Gummierung….
Das neue Modell (GS5370SDR) hat inzwischen eine Gummierung auf der Oberfläche.

Technische Daten & Wechselplatte

Die Schnellwechselplatte von Gitzo habe ich gegen ein längeres Modell mit Gummierung und Sicherungsschrauben ausgetauscht.

Die Klemme und das Sicherungssystem

Es ist bei Arca-Swiss-kompatiblen Klemmen und Wechselplatten üblich, dass eine Sicherung implementiert ist, die verhindert, dass beim Lösen der Klemme die montierte Kamera rausrutschen kann. Es gibt für die Sicherung keinen genormten Standard. Es gibt dabei grundsäztlich zwei verschiedene Sicherungssystem.

Sicherung über eine Schraube in der Klemme

Gitzo sichert das System über eine Schraube ab, die auf die Oberfläche der Klemme aufgeschraubt ist. Der Kopf der Schraube blockiert dann die Wechselplatte, sodass diese nicht rausrutschen kann. Zugleich behindert diese Schraube manches Zubehör. So kann man z.B. keine Stativfüße von Tamron mit diesem System nutzen. Die Schraube behindert das Anbringen des Stativfußes. Man kann die Schraube von der Klemme zwar entfernen, aber dann hat man keine Sicherung mehr. Insofern halte ich nicht viel von dieser Art der Sicherung.

Die Sicherungsschraube sichert zwar, blockiert aber auch zum Teil.
Ein Stativfuß von Tamron kann bei aufgeschraubter Sicherung nicht montiert werden.

Sicherung über Schrauben auf Stativfüßen und Wechselplatten

Diese Art der Sicherung ist am verbreitesten und daher auch zu bevorzugen. In der Klemme sind zwei Aussparungen gefräst (bei Kreuzklemmen sogar vier). Diese Aussparungen sind dazu da, dass die Sicherungsschrauben von Wechselplatten und Stativfüßen da reinpassen.

Bei diesem Kugelkopf von Flexshooter ist eine Kreuzklemme montiert. Diese hat vier Aussparungen für die Aufnahme der Sicherungsschrauben.
Diese Wechselplatten hat zwei Sicherungsschrauben, die ideal in die o.g. Aussparungen des Flexshooters passen und so das System abischern.
Auch der Stativfuß von Tamron hat solche Sicherungsschrauben, die mit Klemmen kompatibel sind, die über Aussparungen verfügen.

Würde man nun versuchen, die oben gezeigte Wechselplatte oder den Tamron-Stativfuß auf der Klemme von Gitzo anzubringen, würde das nicht funktionieren, da diese keine Aussparungen hat. Man müsste dann die Schrauben von der Platte und dem Fuß entfernen – mit dem Nachteil, dass man dann keine Sicherung mehr hat.

Austausch der Klemme

Der Kugelkopf hat im Prinzip einen Anschluss der genau anders herum ist, wie er nach Arca-Swiss-Standard sein sollte. Der Anschluss am Kugelkopf ist weiblich, der an der Klemme ist männlich. Es gibt jedoch Adapter zu kaufen, um den Arca-Swiss-Standard herzustellen.

Der Anschluss am Kugelkopf ist weiblich, sollte nach Arca-Swiss-Standard jedoch männlich sein. Das System nennt sich Manfrotto RC2-Standard, also ein proprietärer „Standard“.
Mit diesem Adapter kann man den Kugelkopf „Arca-Swiss-komaptibel“ machen und andere Klemmen am Kopf befestigen.
Es gibt auch Klemmen, die mit Adapter geliefert werden, wie hier eine Klemme von Leftfoto

Einen Vorteil hat die original Gitzo-Klemme jedoch: Sie passt aufgrund ihrer Form perfekt zum Stativ, vor allem im zusammengefalteten Zustand wie auf folgendem Foto zu sehen:

Die Gitzo-Klemme ermöglicht, dass die Stativbeine eng anliegen und das Stativ im Transportzustand so kompakt wie möglich gehalten werden kann.

Keine Friktionskontrolle

Der Kugelkopf hat keine Friktionskontrollschraube. Das Große Rändelrad zum Einstellen der Friktion der Kugel lässt sich sehr gut bedienen. Man kann die Friktion darüber sehr fein und leichtgängig einstellen. Mit der Friktion wird eingestellt, wie fest die Kugel gespannt sein soll. Je schwerer die auf dem Kugelkopf angebrachte Ausrüstung, desto fester muss die Friktion eingestellt sein. Man stellt die Friktion zunächst so ein, dass man die Kamera mit der Kugel gut bewegen kann, ohne, dass sie beim Loslassen abknickt. Hat man dann die Position gefunden, aus der man das Foto machen möchte, zieht man die Friktionsschraube fest, sodass sich die Kamera nicht mehr bewegen lässt. Möchte man die Kamera dann wieder bewegen, löst man wieder die Schraube und muss die günstige Friktion wieder einstellen.

Bei Kugelöpfen die neben der Friktionsschraube noch eine weitere Schraube zur Kontrolle der Friktion verfügen, kann man die Friktion einmal einstellen und diese beibehalten, was sehr komfortabel ist. Bei manchen Kugelköpfen ist die Friktionskontrolle in der Friktionsschraube integriert, sodass man keine zusäztliche Schraube hat.

Kugelkopf mit integrierter Friktionskontrolle (Manfrotto 494)

Der Kugelkopf passt perfekt zum Stativ

Der Kugelkopf von Gitzo passt natürlich perfekt zu dem Stativ, da es sich um ein Kit handelt. Sowohl der Auflageteller der Mittelsäule als auch die Basis des Kugelkopfes haben einen Durchmesser von 35mm, sodass beides wie aus einem Guss ist.

Auflageteller und Kugelkopf passen perfekt zusammen.

35mm ist wohl eines der kleinsten Durchmesser für die Basis eines Kugelkopfes – ausgenommen natürlich Kugelköpfe für spezielle Anwendungszwecke, wie z.B. Ministative oder zum Anbringen von kleinem Zubehör.

Die meisten Kugelköpfe haben einen größeren Basisdurchmesser, was nicht heißen soll, dass diese nicht auch mit dem Stativ verwendet werden können. Es ist zwar nicht ideal, weil die Kräfte nicht über die gesamte Fläche des (größeren) Kugelkopfes verteilt werden, aber es geht, solange man nicht die maximal mögliche Auslastung des Kugelkopfes ausreizt.

So sieht es aus, wenn man einen größeren Kugelkopf auf der Mittelsäule montiert.
Der Kugelkopf hat eine übliche 3/8-Zoll-Gewindebohrung, die mit beiliegendem Gewindeadapter auf 1/4 Zoll reduziert werden kann.
Der Auflageteller wird mit zwei 2,5mm-Imbusschrauben festgeschraubt.
Der Auflageteller ist wechselbar und mit einer Doppelschraube ausgestattet, sodass man 1/4 Zoll oder 3/8 Zoll nutzen kann.

Manfrotto MH494 als Alternative

Update 11.05.2025: Inzwischen bin ich wieder zurück beim Gitzo Kugelkopf. Den hier vorgestellten Manfrotto Kugelkopf verkaufe ich wieder.

Der Kugelkopf von Gitzo tut seinen Dienst. Er ist sehr hochwertig verarbeitet und passt sehr gut zum Stativ. Dennoch habe ich mich entschieden, einen anderen Kugelkopf zu kaufen und diesen zu verwenden. Es handelt sich dabei um den oben gezeigten Kugelkopf von Manfrotto, den MH494 mit Auflageteller, der mit 40mm Basisdurchmesser ebenfalls sehr gut zu dem Stativ passt und dazu noch den Vorteil hat, dass er über eine Friktionskontrolle verfügt und man die Klemme (und damit auch die Sicherung) frei wählen kann.

Den Kugelkopf von Manfrotto habe ich für 55 Euro neu gekauft.

Ich halte den Manfrotto MH494 mit Auflageteller für den idealen Kugelkopf für ein Reisestativ. Er ist wohl einer der leichtesten und kompaktesten Kugelköpfe mit integrierter Friktionskontrolle; zumindest habe ich keinen anderen Kugelkopf gefunden, der so kompakt ist und dennoch über eine Friktionskontrolle verfügt.

Der Manfrotto MH494 mit Auflageteller – großes Friktionsrad mit integrierter Friktionskontrolle
Der große Auflageteller ist aus Metall gefertigt, wie fast der gesamte Kugelkopf
Der Auflageteller hat eine 1/4-Zoll-Schraube und einen Durchmesser von 55mm

Manfrotto MH494 mit Panoramakopf

Da mein Manfrotto MH494 nur einen Auflageteller hat (so wollte ich es!) braucht man noch eine Arca-Swiss-Klemme dazu. Anstatt eine reine Klemme zu kaufen, habe ich mich für eine Klemme entschieden, die in einem Panoramakopf integriert ist. Bei ebay habe ich mir für knappe 20 Euro einen entsprechenden Panoramakopf gekauft.

Dieser Panoramakopf passt besonders gut zum Manfrotto 494
  • 95g (mit Arca-Swiss-Adapter 105g)
  • 50mm Durchmesser
  • Voll Arca-Swiss kompatibel (auch die Sicherung)
  • 2 Regler (einer für die Klemme, der andere für die Drehung der Platte). Der Regler für die Drehung der Platte lässt sich rausziehen und versetzen.
  • inkl. 2 Libellen (auf der Platte & am Drehknopf)
  • gefertigt aus Aluminium

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Panoramakopf auf einem Kugelkopf zu montieren – entweder direkt über das 1/4-Zoll-Gewinde auf der Unterseite oder über einen beiliegenden Arca-Swiss-Adapter (wenn dieser auf der Unterseite aufgeschraubt ist, kann man den Panaoramakopf sozusagen auf einer Arca-Swiss-Klemme einklemmen.

Im Lieferumfang ist ein Arca-Swiss-Adapter (der Rahmen), ein Imbusschlüssel (3,0mm) sowie ein Gewindeadapter 3/8-Zoll-auf-1/4-Zoll enthalten.
Alt gegen neu – mein MH494 Kugelkopf mit Friktionskontrolle, Panoramakopf und voll kompatibler Arca-Swiss-Klemme – mein Wunschkopf
Das passt gerade so – größer darf der Auflageteller nicht sein.
Der MH494 macht auf dem Reisestativ eine gute Figur……
…auch im Transportzustand des Stativs ist alles schick.

So gefällt mir das Gitzo-Reisestativ noch besser. Der MH494 Kugelkopf passt prima zum Stativ und hat gegenüber dem Original-Gitzo-Kugelkopf einige Vorteile.

Wie man auf dem o.s. Vergleichsfoto sehen kann, ist der Manfrotto-Kugelkopf mit dem Panoramakopf größer als der Gitzo-Kugelkopf. Das kann bei der Arbeitshöhe auch ein Vorteil sein. Vom Gewicht tun sich beide nicht viel. Sie wiegen beide um die 400g.

3/8-Zoll-Gewinde – im Lieferumfang des Manfrotto MH494 ist kein Gewindeadapter enthlaten!

Manfrotto MH494 umbauen

Möchte man den Panoramakopf direkt am Kugelkopf anbringen, muss man den Auflageteller vom Kugelkopf abnehmen. Dazu entfernt man zunächst die Gummischeibe (diese ist nur leicht angeklebt). Anschließend kann man die Schraube mit einer 10er Nuss entfernen und dann den Auflageteller abnehmen.

Auflageteller, Schraube und Gummischeibe
Die Unterseite des abgenommenen Auflagetellers
Es zeigt sich der nicht Arca-Swiss-kompatible Anschluss des Kugelkopfes ohne Auflageteller
Mit Hilfe dieses Adapters kann man die Kompatiblität herstellen (Lieferumfang iShoot-Adapter)
Der Adapter macht aus dem Anschluss einen, der Arca-Swiss-kompatibel ist.
Hier das Gegenstück – der Panoramakopf….
Auch hier passt der Adapter perfekt, sodass sich Kugelkopf und Panoramakopf sauber bündig verbinden lassen.

Es gibt Adapter verschiedener Hersteller, wie z.B.:

Mit Hilfe des Adapters direkt am Kugelkopf angebrachter Panoramakopf
Mit diesem Aufbau ist der MH494 ca. 1cm höher als der Gitzo Kugelkopf

Der Umbau ist übrigens auch bei dem Gitzo-Kugelkopf möglich, da er über denselben Anschluss verfügt wie der MH494.

Nachteile des Manfrotto MH494

Der Vorteil des Manfrotto-Kugelkopfes ist vor allem die Friktionskontrolle. Der Kopf hat jedoch nicht nur Vorteile und m.E. folgende Nachteile gegenüber dem Kugelkopf von Gitzo:

  • Keine Beschriftung einer 360-Grad-Skala am Fuß
  • Knöpfe sind aus billig anmutendem Kunststoff und beim Gitzo aus Metall
  • Nach kurzer Zeit kann sich die schwarze Farbe bereits an einigen Stellen lösen, sodass es silberne „Flecken“ gibt. Er wird also schneller „gebraucht“ aussehen, was beim Gitzo nicht der Fall ist.
  • Belastbarkeit mit 9kg geringer als beim Gitzo (11kg)
  • Generell nicht so hochwertig verarbeitet wie der Kugelkopf von Gitzo.

Dass der Kugelkopf von Gitzo in Sachen Verarbeitung und Qualität besser abschneidet als der Kugelkopf von Manfrotto, sollte bei einem Preisunterschied von ca. 250 Euro nicht verwundern. Das heißt jedoch nicht, dass der Kugelkopf von Manfrotto schlecht verarbeitet ist, ganz und gar nicht – der Manfrotto ist schon gut verarbeitet, der Gitzo legt halt noch eine Schippe drauf.

Bei beiden Kugelköpfen kann die Klemme bzw. der Auflageteller entfernt und durch eine andere Klemme ersetzt werden.

Leofoto RH-0 – Qualität die man merkt

Wie bereits erwähnt, habe ich mich dazu entschieden, den Gitzo Kugelkopf weiter zu verwenden und nicht auf den Manfrotto MH494 auszuweichen. Aber die Gitzo-Klemme habe ich durch einen Panoramakopf von Leofoto (RH-0 + Wechselplatte NP-50) ausgetauscht. Den Qualitätsunterschied zum NoName-Panoramakopf merkt man sehr deutlich.

Übrigens sind auch die Produkte von „Leftfoto“ nicht besser als die baugleichen NoName-Produkte. Leftfoto ist eine Marke, die ich bisher nur bei Amazon gesehen habe. Es hat aber mit „Leofoto“ nicht das geringste zu tun – Leofoto ist qualitativ weitaus hochwertiger als „Leftfoto“; auch wenn sich die Produkte teilweise sehr ähneln. Ich habe aktuell eine Klemme von Leftfoto, deren Mechanik quietscht – das wird es bei Leofoto wohl kaum geben.

Der Panoramakopf von Leofoto ist noch solider, noch geschmeidiger und fühlt sich auch noch hochwertiger an als der NoName-Panoramakopf. Er kostet mit knapp 42 Euro zwar das doppelte, aber das ist es mir wert. Zudem ist der Panoramakopf von Leofoto noch kompakter und leichter.

Den Panoramakopf von Leofoto gibt es in drei verschiedenen Größen
Leofoto Panoramakopf RH-0 + Wechselplatte NP-50

Es gibt einen entscheidenden Nachteil bei dem Panoramakopf von Leofoto. Der unten beschriebene Adapter passt nicht in die Nut. Ich habe den Adapter etwas zurecht gefeilt und somit passend gemacht.

Den Adapter musste ich etwas zurechtfeilen, damit er auf den Leofoto RH-0 passt
Das sieht natürlich unschön aus. Daher habe ich mir was einfallen lassen….
Von meiner Mutter habe ich mir einen Gummi mit 8mm Breite und einem Durchmesser von 10mm nähen lassen
So sticht diese gefeilte Stelle nicht mehr ins Auge!
Der Leofoto RH-0 passt prima zum Gitzo-Kugelkopf und zum Stativ

Das Stativ wiegt zusammen mit dem Kugelkopf und Leofoto-Panoramakopf sowie NP-50 Wechselplatte gerade mal 1.437g, was relativ leicht ist.

Ich verwende jetzt das Stativ mit diesem umgebauten Kugelkopf.

Dieser Kugelkopf hat folgende Besonderheiten:

  • Hochwertigste Verarbeitung auf Gitzo-Niveau
  • Durch den Panoramakopf besteht keine Notwendigkeit das Stativ zu nivellieren
  • Kompakt und leicht trotz hohem Komfort und Verarbeitungsqualität
  • Durch die Panoramaplatte ist der Kopf ca. 1cm höher als der Kugelkopf mit der Oirignalklemme – bei fast gleichem Gewicht
  • Voll Arca-Swiss-kompatible Klemme. Sicherung über Sicherungsschrauben
  • Leofoto hat wie Gitzo eine sehr hochwertige Verarbeitungsqualität
Leichter geht es kaum – der Kugelkopf mit Panoramaplatte wiegt nur 318g

Wechselplatte Leofoto NP-50

Die beim Panoramakopf RH-0 mit gelieferte Wechseplatte NP-50 verfügt über eine Öse, um eine Schlaufe anbringen zu künnen (z.B. die Anchor-Links von Peak Design) und über eine sogenannte „Prismenschiene“, mit der man die Platte leichter an der Kamera ausrichten kann. Die Wechselplatte ist 50mm lang und wiegt 38g.

Wechselplatte NP-50 mit Öse und gummierten Streifen
Platte von unten: Sicherungsschräubchen und praktische Bügelschraube
Die Prismenschiene kann man über die Imbusschrauben aus- oder einfahren
Mit Hilfe der Prismenschiene kann man die Wechselplatte besser an der Kamera ausrichten

Die Wechselplatte ist Leofoto-typsich hochwertig verarbeitet. Möchte man sie einzeln kaufen, muss man ca. 21 Euro investieren.

Weitere Alternativen

Als weitere alternative Kugelköpfe könnten folgende Modelle interessant sein:

Sirui K-10x (350g | ca. 70 Euro)
Leofoto NB-34 (418g | ca. 120 Euro)
Novoflex Classic Ball 2 (315g | ca. 310 Euro)

Alle diese Kugelköpfe sind relativ leicht und kompakt und verfügen über eine Friktionskontrolle. Beim Novoflex benötigt man noch eine Klemme, die bei den anderen Köpfen bereits integriert ist.

Das Stativ GT1545T

Auch das Stativ ist hochwertig verarbeitet und wiegt ohne Kugelkopf inkl. Mittelsäule 1.046g, was für ein Stativ leicht ist – gerade für eines, das eine max. Arbeitshöhe von über 1,50m hat.

Beine, Füße und Gelenke

Das Stativ hat vier Beinsegmente aus Carbon und drei Drehräder je Bein zum Lösen und Schließen des Ausziehmechanismus.

Man kann die drei Räder mit der Hand komplett umfassen und so mit einer Drehung gegen den Uhrzeigersinn alle Räder lösen. Dabei muss man darauf achten, dass man nicht den Gummifuß mit dreht, da dieser bei mehrmaligem Drehen dann irgendwann rausfallen würde.

Die Gummifüße lassen sich durch Spikes (nicht im Lieferumfang enthalten) austauschen.
Die Beine lassen sich über die Gelenke in zwei verschiedene Winkel einstellen (25° und 70°)
Niedrige Arbeitshöhe (21,5cm ohne Kugelkopf) mit einem Beinanstellwinkel von 25°
Beinanstellwinkel von 70° für das „normale“ Arbeiten mit dem Stativ
Die „Steifheit“ der Gelenke lässt sich mit beiliegendem Torx-Schlüssel einstellen

Das Stativ im kompakten Transportzustand

Durch ein spezielles System lässt sich das Stativ so falten, dass die Stativbeine den Kugelkopf umschließen und so ein geringes Packmaß von 42,5cm (mit angebrachtem Kugelkopf) ermöglichen.

Die Kompaktheit wird auch durch den schlanken Kugelkopf und die speziell geformte Klemme ermöglicht. Verwendet man einen anderen Kopf oder eine andere Klemme, könnte die Kompaktheit darunter leiden. Das ist der Vorteil des Kits – die Komponenten sind perfekt aufeinander abgestimmt.

Die Beine lassen sich um 180° umklappen – für den kompakten Transport
Zusammengefaltet hat das Stativ ein Packmaß von 42,5cm.

Arbeitshöhen und Mittelsäule

Die niedrigste Arbeitshöhe von 21,5cm (ohne Kugelkopf) habe ich bereits oben gezeigt.

Die Maximalhöhe mit ausgefahrener Mittelsäule sowie montiertem Kugelkopf beträgt ca. 164cm. Da liegt der Sucher der Kamera in etwa einer Höhe von 172cm. Ich habe eine Körpergröße von 187cm. Meine Augen liegen in etwas in einer Höhe von 174cm – somit ist diese Arbeitshöhe für mich perfekt. Ich kann so durch den Sucher der Kamera schauen, ohne, dass ich mich bücken muss.

Maximalhöhe mit ausgefahrener Mittelsäule und Kugelkopf

Mit ausgefahrener Mittelsäule ist die Konstruktion zwar nicht so stabil, wie ohne ausgefahrene Mittelsäule; jedoch heißt das nicht, dass es nicht praxistauglich wäre mit ausgefahrener Mittelsäule zu arbeiten – das hängt davon ab, wie man das Stativ einsetzt.

Umgedrehte Mittelsäule

Möchte man besonders tief arbeiten, bietet es sich an, die Mittelsäule umzudrehen. Dazu entfernt man zunächst den Endstopfen (auf dem GITZO aufgedruckt ist), dreht dann die Mittelsäule um und setzt sie erneut ein.

Der Endstoßfen muss unbedingt wieder angeschraubt werden! Sonst kann die Säule beim Lösen komplett rausrutschen und so die Ausrüstung zerstören.
Mit Hilfe der Stativschelle von Novoflex (ASTAT-NEX) lässt sich die Kamera leicht „hängend“ montieren.

Transport

Man kann das Stativ augrund seine geringen Gewichts und seiner Kompaktheit gut transportieren. Deshalb ist es ja auch eine Reisestativ. Nun, welche Transportmöglichkeiten gibt es?

Das Stativ hat eine Öse zum Anbringen eines Gurtes für den Transport. Die Sony-Alpha-Version GK1545TA hat keine Öse! Dennoch ist das Anbringen eines Tragegurts möglich.

Im Lieferumfang ist ein Aufbewahrungsbeutel und ein Tragegurt enthalten.

Der Aufbewahrungsbeutel ist billig und passt nicht zum Gesamtbild des hochwertigen Stativs.
Verwendung des im Lieferumfang enthaltenen Tragegurts

Ich transportiere das Stativ lieber an einer Tasche oder einem Rucksack.

Stativ montiert an einer Tasche von Wotancraft (Pilot 10l upgraded)
Montage an einem Rucksack Lowepro ProTactic BP 450 AW II

Manfrotto und Gitzo – eine Firma

Gitzo wurde 1992 von Manfrotto aufgekauft. Dennoch wird Gitzo als eigenständige Marke weiter geführt. Die Produkte von Gitzo und Manfrotto ähneln sich teilweise.

Gitzo und Manfrotto gehören zu Videndum Media Solutions.

Die Marken der Videndum Media Solutions

Manfrotto Kit Befree GT PRO Carbon-Stativ & 496 Kugelkopf – die bessere Wahl?

Das Stativ Manfrotto Befree GT Carbon Kit Twist (MKBFRTC4GT-BH) ist dem hier vorgestellten Stativ von Gitzo sehr ähnlich und ist von den technischen Daten vergleichbar.

Manfrotto Kit Befree GT Pro Carbon Stativ (MKBFRTC4GT-BH)
Manfrotto Befree Advanced 496 Alu Kugelkopf (MH496-BH)

Der Vorteil des Manfrotto-Kugelkopfs ist die Friktionskontrolle. Beim Manfrotto Stativ ist eine vollwertige Tragetasche im Lieferumfang enthalten. Dafür ist beim Stativ keine verkürzte Mittelsäule dabei – diese kann man für ca. 25 Euro dazu kaufen.

KriteriumGitzo Kit
GK1545T-82TQD
Manfrotto Kit
MKBFRTC4GT-BH
Preis (Stand 04/25)600 Euro300 Euro
KugelkopfGH1382TQDMH496-BH
Max. Belastung10kg12kg
Gewicht1,45kg1,55kg
Maximalhöhe163,5cm162cm
Basisdurchmesser35mm40mm
Minimalhöhe32,4cm43cm*)
Packmaß42,5cm43cm
Easy Linkneinja
Obere Anbringung1/4″ Schraube & 3/8″ Schraube3/8″ Schraube
Friktionskontrolleneinja
Beinanstellwinkel25°, 70°22°, 54°, 89°
TransportTrageriemenTragetasche
180°-Drehung Beinejaja
Kurze Mittelsäuleim Lieferumfang enthaltenoptional erhältlich
BFRSCC, 25 Euro
Garantie2+5 Jahre2+10 Jahre

*) Minimalhöhe mit kurzer Mittelsäule ca. 32cm

Wenn man sich die o.s. Tabelle so anschaut und die Preise vergleicht, könnte man meinen, dass das Preis-/Leistungsverhältnis des Stativs von Manfrotto deutlich besser ist als das des Gitzo-Stativs, aber ganz so einfach ist es nicht…..

Meine Erfahrungen mit dem Manfrotto Befree GT PRO (MTBFRTC4GTFB)

Ich war neugierig und wollte wissen, ob das Manfrotto trotz des deutlich günstigeren Preises ebenso gut ist wie das Stativ von Gitzo und habe mir das aktuelle Modell des Befree GT PRO mit der Modellbezeichnung MTBFRTC4GTF bestellt.

Das neue Manfrotto Befree GT Pro unterliegt in Sachen Qualität

Kaum habe ich es ausgepackt, wusste ich schon, dass es in Sachen Qualität dem Gitzo nicht das Wasser reichen kann. Es wirkt nicht so gut verarbeitet wie das Gitzo. Die Schieberegler für die Beingelenke sind aus Kunststoff ebenso wie der Drehregler für die Mittelsäule. Die Mechanik ist hakelig und schwergängig. Beim Gitzo ist die Mechanik butterweich – egal, ob man die Beine ausklappt, einzieht oder die Mittelsäule verstellt. Die hohe Qualität des Gitzo-Stativs wird im Vergleich mit dem Manfrotto erst richtig deutlich.

Geliefert wird das Stativ in einem schlichten Karton
Eine Tragetasche ist im Lieferumfang enthalten
Die Mittelsäule verfügt nur über eine nicht wechselbare 3/8-Zoll-Schraube
Der Abschlusspropfen am Ende der Mittelsäule lässt sich zwar rausziehen, aber nicht gegen einen Haken austauschen, wie es beim Gitzo Stativ möglich ist.
Auch die Stativfüße lassen sich rausziehen, aber nicht gegen Spikes austauschen.
Hebel und Zapfen für die Gelenkverstellung sind aus Kunststoff
Auch das Rad an der Mittelsäule sowie der Haken sind aus Kunststoff
Praktisches Detail: der Easy-Link-Anschluss
Die Gängigkeit der Gelenke lässt sich mit einem beiligenden Torx-Schlüssel einstellen.

Wer besonders viel Wert auf hohe Verarbeitungsqualität bis ins kleinste Detail legt, sollte sich das Gitzo Stativ zulegen – auch wenn es deutlich teurer als das Manfrotto ist. Man hat einfach mehr Freude an so einem schönen Produkt. Im direkten Vergleich merkt man dem Gitzo Stativ an, dass es mit mehr Liebe fürs Detail entwickelt und gefertigt wurde – dagegen wirkt das Manfrotto teilweise lieblos verarbeitet, gerade wenn man auf die Details achtet.

Ersatzteile

Für Ersatzteile gibt es eine extra Seite von Gitzo. Hier die Seite für das Traveler Stativ GT1545T:

https://www.gitzospares.com/de/gt1545t-parts.html

https://www.gitzospares.com/pdfs/GT1545T/gt1545t-20190821.pdf

….und für den Kugelkopf GH1382:

https://www.gitzospares.com/de/gh1382tqd-parts.html

https://www.gitzospares.com/pdfs/GH1382TQD/gh1382tqd-20180907.pdf

Die angegebenen Preise sind netto ohne 19% Mehrwertsteuer, die erst an der Kasse berechnet wird. Der Versand kostet 8,13 Euro oder bei Express 18,75 Euro.

Auch bei Ringfoto Erdmann gibt es einige Ersatzteile zu kaufen.

Pflege & Wartung

Stative sind allgemein stärkerer Verschmutzung ausgesetzt, sodass sich Staub, Sand und andere Schmutzpartikel ansammeln und den Dreh- und Gleitmechanismus verschleißen können. Daher ist eine regelmäßige Pflege ratsam, wenn man lange Freude an seinem Stativ haben möchte.

In folgendem Video ist gut erklärt, wie man das Gitzo Stativ gründlich reinigt, pflegt und wartet. Allerdings sollte man auf die Verwendung von Fett verzichten, wie weiter unten erläutert ist.

Wartungskit

Für das Stativ sowie den Kugelkopf gibt es von Gitzo ein Wartungskit mit der Bezeichnung GK1545-SP. Kaufen kann man es bei Gitzo direkt.

Das Wartungskit besteht aus folgenden Teilen:

  • 3x Stativfüße aus Gummi (D108623)
  • 1x Fett (GSGREASE02)
  • Diverse Imbusschlüssel
  • Die beiden Schrauben des Kugelkopfes – für Drehteller (D107231) und Kugel (D107252)
  • 3×3 Sätze Rohrschellen (Hose Clamps – D104284, D104285, D104286) – kompett bei Ringfoto Erdmann für ca. 37 Euro inkl. 5 Euro Versand – bei Gitzo zahlt man ca. 40 Euro inkl. Mwst. und Versand, also kaum ein Unterschied.

Wirklich interessant sind für die Wartung eigentlich nur die Rohrschellen für ca. 40 Euro; das komplette Wartungs-Set hingegen kostet inkl. Mehrwertsteuer und Versand fast mit ca. 115 Euro fast das dreifache. Wie oft muss man einen Drehregler oder einen Stativfuß austauschen? Doch eigentlich nur, wenn man es verloren hat. Und Imbusschlüssel wird jeder genug davon zu Hause rumfliegen haben.

Unbedingt Schmieren ohne Fett!

In einem Forum schreibt jemand (ein Experte für Schmierstoffe), dass Fette und Öle für das Stativ ungeeignet sind und empfiehlt stattdessen Trockenschmierstoffe wie z.B. Graphitpuder. Man sollte jedoch hierbei beachten, dass das Puder nur auf fett- und ölfreien Oberflächen aufzutragen ist. Daher sollte man die Stelle auf der man es anwendet zunächst gründlich säubern und entfetten (als Reinigungsmittel kann man neben Wasser normale PH-neutrale Flüssigseife verwenden). Wenn alles gut gereinigt und getrocknet ist, wird das Puder mit einem Wattebausch, Q-Tip oder Pinsel dünn auf dem innenliegenden Gewinde der Räder aufgetragen und überschüssiges Puder abgewischt.

Graphitpuder eignet sich besonders gut zum Schmieren der Drehverschlüsse

Gitzo Stativreihen und Serien

Stativreihen

Es gibt bei Gitzo aktuell folgende Stativreihen

  • Traveller – kompakt und leicht
    T am Ende der Typbezeichnung
  • Mountaineer – stabil und mobil
    kein Buchstabe am Ende der Bezeichnung
  • Systematic – Stative für Profis
    S am Ender Bezeichnung

Die Unterschiede sind in folgendem YouTube-Video gut erläutert.

Stativserien

Jedes Stativ ist bei Gitzo einer Serie zugeordnet. Die Serie gibt Auskunft über den Rohrdurchmesser eines Stativs. Je höher die Serie, desto größer ist der Rohrdurchmesser wie in folgender Grafik zu sehen. Es gibt Rohrdurchmesser zwischen 21,7mm (Serie 0) und 41,3mm (Serie 5).

Gitzo Traveler Editionen

Gerade von der Traveler-Reihe der Serie 1 mit 4 Beinsegmenten (GK1545T-82TQD) gibt es einige spezielle Editionen, immer bestehend im Kit aus Stativ und Kugelkopf.

Das Standard-Kit GK1545T-82TQD – in Gitzo-typischer „Hammerschlag-Optik“, von Gitzo auch als Noir Décor bezeichnet.

Bei all diesen Editionen handelt es sich – abgesehen von der Farbgebung – um den Kugelkopf GH1382QD ohne Fritkonskontrolle. Nur die Légende-Edition hat einen anderen Kugelkopf mit Friktionskontrolle.

Beim Stativ handelt es sich im Prinzip um das GT1545T, das sich in der Farbgebung sowie in einigen Details vom Standard unterscheidet (z.B. Knopf für Beingelenkverstellung, Beinanstellwinkel, Arbeitshöhe, Material der Stativspinne, etc.).

Weitere Unterschiede ergeben sich durch den Lieferumfang, das Material des Trageriemens, das Design, die Verpackung und den Preis.

100 Year Anniversary Edition

Es gibt von Gitzo eine sogenannte 100 Year Anniversary Edition (GK100T), die in 2017 erschien und inzwischen fast ausverkauft ist. Die UVP lag bei Vorstellung bei knapp 1500 Euro. Es handelt sich bei dieser auf 1.917 Exemplare limitierten Sonderedition im Prinzip um das hier vorgestellte Kit GK1545T-82TQD mit einigen Besonderheiten:

  • Die Farbgebung ist speziell: titanium und schwarz.
  • Der Hebel für die Bein-Gelenkverstellung ist aus Metall und anders gestaltet.
  • Der maximale Beinanstellwinkel beträgt 82° anstatt 70° – dadurch ist die minimale Höhe um ca. 9cm geringer, was besser ist.
  • Die maximale Arbeitshöhe ist um ca. 1,5cm höher.
  • Die Stativspinne besteht aus Magnesium anstatt Aluminium, wodurch das Gewicht des Stativs noch geringer ist.
  • Auf Kugelkopf und Tragegurt ist eine Prägung 100 Years Anniversary Edition angebracht; ebenso ist eine Prägung auf einem Stativbein angebracht, einschl. der Nummer der Serie.
  • Der Tragegurt ist aus echtem italienischem Leder und hat ebenso eine 100 Years Prägung.
  • Im Lieferumfang ist ein Haken für die Mittelsäule enthalten.
  • Im Lieferumfang ist kein Aufbewahrungsbeutel enthalten.
  • Die Verpackung ist besonders edel gestaltet.
Farbgebung in titanium & schwarz | Spezieller Hebel an Beingelenken aus Metall | Spinne aus Magnesium
Prägung auf dem Kugelkopf
Prägung auf dem Stativbein – Nummer der Serie x/1917. Hier die 1 von 1.917 Exemplaren.
Prägung auf Echtleder-Trageriemen
Schicke Verpackung

Es gibt noch Bestände dieser Edition in einem spanischen Online-Shop – für 1.262,50 Euro!

Im Prinzip ist die noch erhältliche Sony Alpha Edition (GK1545TA) dieser 100 Years-Edition sehr ähnlich – auch vom Lieferumfang. Es bestehen folgende Unterschiede:

  • 100 Years-Prägungen sind beim GK1545TA natürlich nicht vorhanden.
  • Die Farbgebung unterscheidet sich.
  • Die Spinne ist beim GK1545TA aus Aluminium, beim GK100T aus Magnesium, sodass die 100y-Edition etwas leichter ist.
  • Die Verpackung ist beim GK100T schicker.
  • Beim GK100T ist im Lieferumfang kein Aufbewahrungsbeutel enthalten.

Schnäppchen gebraucht für 99 Euro

Update 10.05.2025: Leider hat DHL das Paket beim Transport verschlampt, sodass das Stativ nie bei mir eingetroffen ist, was sehr ärgerlich ist. Ich habe hierzu einen eigenen Beitrag geschrieben.

Nach der Abholung des Stativs beim Händler hat sich der Status nicht mehr geändert!

Ich habe im Internet ein sehr gutes Angebot bei einem Gebrauchthändler gefunden – die Sonderedition für 99 Euro, zwar gebraucht und mit einigen Blessuren, aber von einem Händler mit 14-tägigem Rückgaberecht und PayPal-Käuferschutz. Es handelt sich um die Seriennummer 607/1917.

Bei dem Angebot konnte ich nicht widerstehen.
Trotz Schaden ist das Angebot definitiv ein Schnapper.

Ich habe schon vor dem Kauf gesehen, dass das Stativ wohl einige Blessuren hat, die einer Reparatur bedürfen. Die Investition in Ersatzteile dürfte sich dennoch rechnen. Schon alleine der Kugelkopf ist mehr als 99 Euro wert. Ich werde hier berichten.

  • Unschlagbarer Preis
  • Mit einigen Defekten
  • Unvollständig – es fehlen Gurt, kurze Mittelsäule, Wechselplatte, Haken, Imbusschlüssel, Gewindeadapter, Anleitung und OVP

Arsène Gitzhoven Edition

Mit 2.975 Euro nochmal eine ganze Schippe teurer ist die anlässlich des 100ten Geburtstag auf 100 Exemplare limitierte Sonderedition mit dem Namen „Arsène Gitzhoven Edition“ (GK100TC). Diese Edition ist der oben erwähnten 100 Anniversary Edition in vielen Punkten ähnlich; jedoch ist die Stativspinne aus Carbon gefertigt und damit noch leichter. Zudem ist die Seriennummer sowie der Name des Erstkäufers auf einem der Stativbeine per Laser eingraviert. Natürlich ist auch diese Edition ausverkauft.

Die Arsène Gitzhoven Edition ist auf 100 Exemplare limitiert. Die marmorierte Stativspinne ist aus Carbon gefertigt.

Traveler Stativ Kit α-Edition

Diese Edition zielt auf die Fotografen ab, die eine SONY Alpha-Kamera nutzen; daher der Name α-Edition (GK1545TA).

Diese Edition unterscheidet sich gegenüber der Standard-Version in folgenden Punkten.

  • Die silberne Wechselplatte ist speziell geformt, sodass sie sich an SONY-Alpha-Kameras „anschmiegt“.
  • Der Trageriemen ist aus echtem italienischem Leder gefertigt und hat eine Kevlar-Optik.
  • Es ist noch ein Haken (D104214) zum Anschrauben an der Mittelsäule im Lieferumfang enthalten. Dieser kostet im Handel ca. 30 Euro.
  • Die Farbgebung ist silber und schwarz. Der aus Metall gefertigte Hebel für die Gelenkbeinverstellung ist silber und speziell geformt.
  • Der maximale Beinanstellwinkel beträgt 82° anstatt 70° – dadurch ist die minimale Höhe um ca. 9cm geringer, was besser ist.
  • Die maximale Arbeitshöhe ist um ca. 1,5cm höher.
  • Die Spinne der Alpha-Version hat keine Öse. Dennoch ist das Anbringen eines Tragegurts möglich (sonst wäre er ja nicht im Lieferumfang enthalten).

Diese Edition ist mit einem aktuellen Preis von ca. 610 Euro sogar etwas günstiger als die Standardversion, jedoch fast ausverkauft.

Farbgebung der α-Edition in silber und schwarz
Der Trageriemen ist aus echtem italienischem Leder gefertigt.
Feinstes Finish – das ist Gitzo!
Ein Haken (D104214) im Wert von ca. 30 Euro ist im Lieferumfang ebenso enthalten.

Mein hier vorgestelltes Gitzo GK1545T-82TQD habe ich für 470 Euro verkauft und mir stattdessen diese Alpha-Version GK1545TA gekauft – neu für einen super Sonderpreis von 487,02 Euro inkl. Versand. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Ich hatte die Idee, die Originalspinne aus Alumium (96g) gegen die Spinne des GK100T aus Magnesium (65g) zu tauschen. Das würde ca. 120 Euro kosten. Zum einen ist der Gewichtsunterschied von 31g nicht so entscheidend, zum anderen hat mir der Kundenservice von Gitzo von diesem Vorhaben abgeraten.

Légende Edition

Die sogenannte Légende Edition gibt es mit (GK1545T-RTI2) und ohne Rucksack (GK1545T-RTI). Da es hier um Stative gehen soll, stelle ich hier die Version ohne Rucksack vor.

Gegenüber der Standardversion unterscheidet sich das Kit in folgenden Punkten:

  • Das Finish ist in silber und schwarz gehalten. Die Drehregler sind silber mit einem Gummiring in der Mitte.
  • Der Hebel zum Verstellen der Beingelenke ist silber und anders konstruiert als bei der Standardversion.
  • Der Kugelkopf verfügt über eine Friktionskontrolle und ist speziell konstruiert. Diese Konstruktion gibt es bei Gitzo auch nicht separat zu kaufen, sondern nur in Verbindung mit diesem Kit.
  • Der Trageriemen ist aus braunem Kunstleder gefertigt.
  • Im Lieferumfang ist spezielles Schmierfett sowie ein Haken für die Mittelsäule enthalten.
  • Das Stativ hat eine Garantie auf Lebenszeit.
  • Die minimale Arbeitshöhe ist mit 43cm ca. 11cm höher, was schlechter ist.
  • Die Maximalhöhe ist mit 165cm ca. 1,5cm höher.
Auch die Légende-Edition ist in silber und schwarz gehalten. Der Kugelkopf verfügt über eine Fritkonskontrolle.

Die Légende-Edition ist fast ausverkauft. Das günstigste online verfügbare Angebot in Deutschland ist aktuell 649 Euro. Und dann gibt es noch eines für 599 Euro, das jedoch nur im Ladenlokal gekauft werden kann und nicht online.

Titanium Traveler GT90TT

Anlässlich des 90ten Geburtstags von Gitzo wurde in 2007 das auf 390 Stück limitierte Stativ Titanium Traveler GT90 vorgestellt.

  • Gussteile aus 100% reinem Titan gefertigt – ohne Oberflächenbehandlung
  • Spezielle Gravuren ähnlich wie beim GT100TC
  • 8kg Belastbarkeit bei 1,18kg Eigengewicht
  • Maximale Höhe 146cm | Packmaß 36cm
  • Inkl. hochwertigem Lederköcher
  • 2.099 Euro UVP
Gitzo’s 90 Jahre Titanium Spezial Edition

Fazit und Fotos

Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob ein Stativ notwendig ist. Wenn ja, dann ist die Frage, in welcher Größe und für welchen Zweck man es verwenden möchte. Hat man keine großen Aufbauten (Gimbal, etc.) sowie keine riesigen Teleobjektive, reicht wohl meistens ein kompaktes Reisestativ wie die hier vorgestellten Stative von Gitzo und Manfrotto. Falsch macht man mit diesen Stativen bestimmt nichts. Und wer nicht unbedingt eine Arbeitshöhe größer als 150cm benötigt, kann ggf. sogar zu einem noch kompakteren Modell greifen – das hängt auch von der eigenen Körpergröße ab.

Ich habe mich sehr intensiv mit dem Thema „Reisestativ“ beschäftigt und mir verschiedene Stative verschiedener Hersteller angeschaut. Ich halte das hier vorgestellte Reisestativ von Gitzo für den besten Kompromiss aus Mobilität und Stabilität. Denn Mobilität geht auf Kosten von Stabilität und umgekehrt ebenso; insofern ist man bestrebt, den für sich besten Mittelweg zu finden.

Besser man gibt etwas mehr aus und hat ein qualitativ hochwertiges Stativ, an dem man lange seine Freude hat. Ich war vom Gitzo Stativ von Anfang an begeistert und bin es heute – gerade nach dem Vergleich mit dem Manfrotto Stativ – immer noch.


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2 Kommentare zu “Gitzo Reisestativ GK1545T-82TQD”

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