Eisvogeljagd die Zweite

In 2022 ist es mir gelungen den Eisvogel bei Wildsachsen mit der LEICA SL2-S und dem SIGMA 150-600 DG DN Sports einzufangen.

Heute ist es mir wieder gelungen – mit der Olympus E-M1x und dem M.Zuiko 300mm F1:4 IS PRO sowie dem MC-20 2-fach Extender. Also 1200mm (bezogen auf Vollformat) bei Blende 8, 1/320 sek. und ISO 6400.

Ich gehe immer wieder zu den Tierbachweihern, um den Eisvogel zu fotografieren. Meistens gehe ich leer aus und ohne brauchbare Fotos nach Hause. Ich versuche dann wenigstens den Eisvogel etwas zu verstehen, wo er sich bevorzugt rumtreibt, welche Flugbahnen er nimmt, ob es bestimmte Gewohnheiten gibt.

Dabei kauere ich mich mit meiner Tarnkleidung irgendwo ins Gebüsch und hoffe darauf, dass er mal in meiner Nähe zum Sitzen kommt – so wie heute.

Der Eisvogel macht sich startklar zum Abflug….
…und da fliegt er auch schon davon!

Er bleibt selten länger als einige Sekunden an einer Stelle sitzen. Man muss also schnell sein mit der Kamera und die korrekten Einstellungen schnell parat haben.

An dieser Stelle legte ich mich auf die Lauer.

In diesem Falle waren die Einstellungen der Kamera okay. Bei einer Brennweite von 1200mm darf die Belichtungszeit auch bei einem sitzenden Vogel nicht zu lang sein. 1/320 sek. waren wohl in Ordnung – dank des optisch stabilisierten Objektivs. Ohne Bildstabilisierung wäre es vermutlich nicht scharf geworden. Bei Blende 8 musste bei den schattigen Lichtbedingungen der ISO-Wert ordentlich hochgeschraubt werden: 6.400. Inzwischen lassen sich hohe ISO-Werte und das damit verbundene Rauschen in Lightroom gut händeln. Seit Kurzem gibt es eine sehr gute Rauschreduzierung, welche die Details weitgehend erhält.

NEU: KI-gestützte Rauschreduzierung in Lightroom

Warum der Eisvogel?

Der Eisvogel ist ein wunderschöner Vogel. Diese prächtigen Farben und das blaue Funkeln in seinem Federkleid machen ihn zu einem sehr begehrten Fotoobjekt. Zudem findet man einen Eisvogel nicht an jeder Ecke. Er hält sich bevorzugt bei naturnahen Gewässern (stehend oder auch fließend) auf. Er hat mit Eis übrigens nichts zu tun. Woher der Name stammt ist nicht eindeutig geklärt. Es heißt u.a., dass die Farben seines Federkleids an Eisen erinnern und er so zu seinem Namen gekommen ist.

Man bezeichnet ihn auch als „blauen Blitz“, da er schnell und sehr dicht über die Wasseroberfläche fliegt und dann auch schon wieder verschwunden ist.

Es ist wie eine Trophäe, die man nach Hause bringt, wenn es gelungen ist, das hübsche Kerlchen mit der Kamera einzufangen.

Immerhin hält sich der Eisvogel bevorzugt am Rande von Gewässern auf und sitzt selten höher als 5 m über der Wasseroberfläche in den Bäumen, was es dann wiederum etwas leichter macht, ihn zu fotografieren.

Viel Geduld ist gefragt

Auf 12 Stunden Warten kommt vielleicht einmal eine Gelegenheit, den Eisvogel halbwegs ordentlich mit der Kamera einzufangen. Keine Ahnung, ob das so stimmt, aber so ähnlich vielleicht.

Die meiste Zeit liege ich irgendwo im Dickicht und beobachte die Umgebung. Dabei ist es mir nicht langweilig. Ich genieße die Ruhe in der Natur. Es ist also weniger ein Warten sondern mehr ein Genießen in freudiger Erwartung. Wenn ich dann ohne Ergebnis nach Hause gehe, bin ich allerdings auch etwas enttäuscht. Manchmal denke ich mir, dass mich der Kerl ärgert. Er kennt mich vielleicht schon und macht sich einen Spaß daraus, mir aus dem Wege zu gehen.

Ich werde weiterhin zu den Tierbachweihern gehen und auf der Lauer liegen, um ihn möglichst noch besser zu treffen als zuvor. Vielleicht sogar einmal beim Sturz ins Wasser (man wird ja noch träumen dürfen….).


zurück zur Übersicht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert