Erste Erfahrungen mit SONY

SONY, die Marke, die ich eigentlich immer als Kamera ausgeschlossen habe. Jetzt habe ich in Rekordzeit meine komplette Ausrüstung getauscht – vom L-Mount zum E-Mount. Ich habe mir eine Sony A7RV gekauft und berichte hier von meinen ersten Eindrücken mit dieser Kamera.

Der erste Einruck

Ungewohnte Ergonomie

Die Kamera fühlt sich gut an und ist sauber verarbeitet. Mit der Ergonomie hatte ich anfangs Probleme. Die Finger zwischen Griff und Objektiv haben wenig Platz, und der kleine Finger hat ebenfalls wenig Halt.

Mit der Zeit habe ich jedoch eine Haltung gefunden, mit der ich gut zurecht komme. Zudem kann man das Problem mit dem kleinen Finger lösen, indem man sich einen L-Winkel anschafft.

Interessant ist hier vor allem die Bodenplatte – das Stück an der Seite kann man abschrauben

Der hier gezeigte L-Winkel von Leofoto (Modell: LPS-A7R5) erweitert quasi den Griff, sodass der kleine Finger Platz findet. Der L-Winkel ist vor allem praktisch, wenn man viel mit Stativen arbeitet und auch gerne Hochkant vom Stativ aus fotografieren möchte.

Ungewohnte Bedienung

Es gibt einige Punkte, die mir bei der Bedienung der Sony nicht gefallen, die ich hier aufzähle:

  • Man kann das Histogramm und die Wasserwaage nicht gleichzeitig im Live-View (Monitor und Sucher) anzeigen lassen. Bei der Lumix S5II geht das.
  • Wenn man Wasserwaage oder Histogramm einblendet, werden nur wenige Kameraeinstellungen eingeblendet (Blende, Zeit, ISO). Die vollständigen Informationen kann man sich nur ohne Wasserwaage oder Histogramm anzeigen lassen. Auch hier ist die Lumix S5II komfortabler, da man mehr Informationen auf einen Blick parat hat.
  • Die Sony zeigt die Brennweite beim Zoomen nicht an. Bei Der Lumix kann man sich die Brennweite kurzzeitig anzeigen lassen, wenn man am Zoomring dreht.
  • Das Moduswahlrad hat einen Arretiermechanismus, der vor versehentlichem Verstellen schützen soll. Man kann das Rad nur drehen, indem man einen Knopf drückt. Das ist umständlich und unnötig, da sich das Rad sowieso nicht leicht verstellen lässt.
  • Wenn man einen Wert verstellt (z.B. ISO, Verschlusszeit oder Blende), dann sieht man den aktuell eingestellten Wert auf dem rückwärtigen Kameradisplay kurzzeitig in rot – diese Schriftdarstellung ist schwer zu lesen. Nach kurzer Zeit wird die Schrift wieder automatisch weiß. Dennoch ist das nicht gut gelöst.
  • Ich habe die Sony so eingestellt, dass man manuell nachfokussieren kann und dass dabei durch das Fokus-Peaking die scharfen Bereiche farbig hervorgehoben werden. Sobald man aufhört am Fokusring zu drehen, verschwindet die Markierung. Die Markierung sollte zumindest noch eine halbe Sekunde sichtbar bleiben, sodass man leichter manuell fokussieren kann. Man kann das Fokuspeaking auch dauerhaft anzeigen lassen, was jedoch sehr vom Motiv ablenken kann.

Insgesamt ist die Bedienung der Panasonic komfortabler und effizienter wie ich finde. Aber das sollte kein Aus-Kriterium sein. Man kann bei der Sony dafür – wie bei der Panasonic auch – die meisten Knöpfe und Räder individuell belegen. Zudem gibt es Menüs und Schnelleinstellungen, die man konfigurieren kann.

Sony A7RV & 24-70 F2.8 GMII

Am 19.06.24 habe ich wieder ein Sony-Kit gekauft; wieder die A7RV, aber diesmal mit dem 24-70mm F2.8 GMII Objektiv von Sony. Es ist zwar ein sehr teures Objektiv, aber es ist auch ein sehr gutes und zudem noch relativ kompakt und leicht.

Meine Objektive im E-Mount

Den Systemwechsel habe ich bereits vollständig vollzogen. Nun habe ich mir insgesamt 8 Objektive zu meiner A7RV gekauft:

  • Sony FE 24–70mm F2.8 GM II
    Standardzoom mit hoher Lichtstärke
  • Sony FE PZ 16–35mm F4 G
    Weitwinkelzoom, ideal für Landschaft und Architektur
  • Sony FE 20mm F1.8 G
    Weitwinkel-Festbrennweite – ideal für Landschaft und Astro
  • Sony FE 40mm F2.5 G
    Standard-Festbrennweite – ideal für Streetfotografie und als leichtes Immerdabei
  • Sony FE 85mm F1.8
    Leichte Tele-Festbrennweite – ideal für Portraitfotografie
  • Tamron 28-200mm F/2.8-5.6 Di III RXD
    Reisezoom – idealer Allrounder, wenn keine Zeit ist zum Objektivwechsel
  • Tamron 70-180mm F/2.8 Di III VC VXD G2
    Lichtstarkes und kompaktes Standardtelezoom
  • Tamron 150-500mm F/5-6.7 Di III VC VXD
    Telezoom für Wildlifefotografie

Mit diesen Objektiven decke ich einen Brennweitenbereich von 16mm bis 500mm ab. Ein Makroobjektiv ist nicht dabei. Bei meinen bisherigen Systemen von Olympus, Leica und Panasonic hatte ich immer ein Makroobjektiv, das ich nur selten für Makroaufnahmen benutzt habe. Daher werde ich mir erstmal kein Makroobjektiv für Sony kaufen.

In dieser Liste findet man alle Objektive, die für den E-Mount von Sony aktuell angeboten werden.

Meine beiden Telezooms von Tamron

Es ist das erst Mal, dass ich Objektive von Tamron kaufe. Für meine bisher verwendeten Kameramarken gab es von Tamron keine Objektive (Olympus, Leica, Panasonic). Nun freue ich mich, dass ich auch Objektive von Tamron zur Auswahl haben. Die Objektive zeichnen sich durch ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis aus.

Ich freue mich schon auf die Vogelfotografie mit meinem neuen Tamron 150-600mm F5-6.7. Das Objektiv habe ich zum Sonderpreis von 945,00 Euro bei Foto Leistenschneider bekommen.

Das Tamron 70-180mm F2.8 ist ein Sahneteil. Es ist lichtstark, hat eine sehr gute optische Leistung, es ist relativ kompakt und leicht, und ich habe es ebenfalls bei Foto Leistenschneider für einen Sonderpreis von 1.049,00 Euro bekommen. Dieses Objektiv ist vor allem für Events, Street- und Landschaftfotografie gut geeignet.

Einschränkungen bei Objektiven von Fremdherstellern

Der Nachteil von Objektiven, die nicht von SONY selbst stammen ist, dass man keine Telekonverter einsetzen kann und dass die Serienbildgeschwindigkeit per Software gedrosselt wird; auf 15 Bilder pro Sekunde im AF-C-Modus – im AF-S-Modus sind je nach Objektiv höhere Serienbildgeschwindigkeiten möglich. Das ist für mich insofern kein Nachteil, da ich bei meinem Sigma 150-600mm (DG DN für L-Mount) schlechte Erfahrungen mit einem 1,4fach-Telekonverter gemacht habe. Die Qualität war unterirdisch. Da meine SONY A7RV 61 Megapixel hat, kann ich noch ordentlich ins Bild reincroppen; so kann ich z.B. mit dem 150-500mm Tamron eine Brennweite von 1.000mm erreichen und habe dann immer noch ca. 15 Megapixel an Auflösung; das ist nur ein theoretisches Beispiel. Tatsächlich erreicht man durch das Croppen keine andere Brennweite; aber man kann das Foto vergrößern, ohne zu viel an Bilddetails zu verlieren.

Die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit des Autofokus ist bei Objektiven von Sony im allgemeinen besser als die von Fremdherstellern. Hierzu muss man jedoch ergänzen, dass Objektive von Tamron einen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern (z.B. Sigma, Samyang) haben. Sony ist mit ca. 15% an Tamron beteiligt und fördert daher die Zusammenarbeit u.a. indem die Algorithmen der Autofokussteuerung mit Tamron geteilt werden.

Sony als Kameramarke

Die Wurzeln liegen bei Minolta

Sony hat mit den digitalen Spiegelreflexkameras begonnen, indem sie in 2006 Minolta aufgekauft haben. Die Marke hat sich schnell einen Namen gemacht und gilt heute als einer der Toppmarken unter den Systemkameras (einschl. Objektiven etc.).

Die erste digitale Spiegelreflexkamera von Minolta – Maxxum 7D (Quelle: dpreview)

Besonders beim Autofokus ist Sony führend, was die Geschwindigkeit, Treffsicherheit, Objekterkennung und Genauigkeit betrifft.

Die erste digitale Spiegelreflexkamera von Sony – Alpha A 100 (Quelle: dpreview)

Objektivvielfalt

Man hat im sogenannten E-Mount von Sony eine riesige Auswahl an Objektiven. Es gibt einige Fremdhersteller, die u.a. für den E-Mount Objektive anbieten; allen voran Sigma und Tamron, aber auch Samyang und Viltrox sowie diverse andere Hersteller.

Die Premiumreiche von Sony nennt sich G-Master. Das ist vergleichbar mit der L-Linie (roter Ring am Objektiv) von Canon.

Wenig Firmwareupdates

Sony ist bekannt dafür, dass sie wenig Firmwareupdates für ihre Kameras anbieten. Stattdessen wird lieber ein neues Modell mit neuen Funktionen auf den Markt geworfen. Das ist im Sinne eines Unternehmens nachvollziehbar. Sony muss mit den Kameras und Objektiven Geld verdienen.

Andere Hersteller gehen jedoch einen anderen Weg und bieten regelmäßig Softwareupdates mit neuen Funktionen an (z.B. Nikon und Panasonic).

Ich finde es nicht verwerflich, dass Sony diesen Weg geht. Immerhin ist die Software sehr ausgereift und bietet wenig Anlass zu Kritik. Die Software von Leica-Kameras haben beim ersten Rollout den Charakter einer Software im Betastadium mit etlichen Fehlern. Da habe ich doch lieber gleich eine ausgereifte Software, sodass Updates im Prinzip nicht erforderlich sind.

Man sollte es jedoch von vornherein wissen und nicht später darüber jammern, dass es ja so wenig Updates gibt. Wer das nicht will, kauft sich halt einfach keine Kamera von Sony.

Einstiegshilfe

Es gibt im Internet jede Menge Hilfe für den Ersteinstieg in das System von Sony. Ich stelle Euch hier ein paar interessante Links zusammen.

70 Tips & Tricks vom „Mathphotographer“ in englisch
Einstellungsguide von David

Wichtig zu wissen über ISO

Informativer Testbericht A7RV von Stephan Klapszus

Weitere Kanäle

Warum eine A7RV?

Hohe Auflösung – 61MP

Die Kamera zeichnet sich vor allem durch ihre hohe Auflösung aus – 61MP ist aktuell die höchste Auflösung unter den Vollformatkameras.

Eine solch hohe Auflösung ist nicht für jedermann das Richtige. Es ist in erster Linie dann von Vorteil, wenn man seine Fotos häufig zuschneidet. Gerade bei der Wildlifefotografie ist das ein großer Vorteil. Schneidet man z.B. ein Foto auf 1/4 des Originalformats zu, erreicht man damit eine (fiktive) Verdopplung der Brennweite, und man hat immer noch 15MP übrig.

Die hohe Auflösung hat aber auch einige Nachteile; es sind in Summe sogar mehr Nachteile als Vorteile als da wären:

  • schlechteres Rauschverhalten
  • langsameres Auslesen des Sensors, geringere Serienbildgeschwindigkeit
  • höherer Speicherverbrauch auf Speicherkarten, Festplatten, Cloud, etc.
  • höhere Anforderungen an die Hardware bei der Bildbearbeitung

Klapp-Schwenkmonitor

Die A7RV hat den besten Monitor, den ich mir für eine digitale Kamera vorstellen kann. Bei den meisten Kameras lässt sich der Monitor entweder klappen oder schwenken. Bei der A7RV ist beides möglich.

Ich würde mir keine neue Kamera mehr kaufen, die ein solches Display nicht hat. Es ist einfach nur gut und sollte Standard sein.

Wenn man das Display ausschwenkt, wird der Augensensor (zur automatischen Umschaltung zw. Sucher und Monitor) deaktiviert, was sehr sinnvoll ist. Das war nämlich bei meiner vorigen Lumix S5II nicht der Fall und hatte mich ungemein gestört. Denn auch bei ausgeschwenktem Display kommt der Sensor immer wieder in die Nähe des Körpers und schaltet dann das Display aus, obwohl man es nutzen möchte. Nur ein Ausschalten der Sensorautomatik schuf hier Abhilfe.

Autofokus schnell und zuverlässig

Die A7RV hat einen speziellen Chip, der für die KI-gestützte Erkennung von Objekten wie Menschen, Tiere, Vögel, Körper, Augen, Autos, Zügen, Flugzeugen. Der Autofokus erkennt die Objekte sehr zuverlässig und schnell.

Ultraschall-Sensor-Reinigung

Das beste und effizienteste System zur automatischen Sensorreinigung wurde von Olympus entwickelt. Schon die ersten Olympus Kameras wie die E-1 oder die E-300 verfügten über dieses innovative System, und das war 2004. Der Sensor wird dabei mit einer sehr hohen Frequenz zum Vibrieren gebracht, sodass Staub auf dem Sensor förmlich abgeschüttelt wird. Andere Hersteller zogen nach, jedoch ohne diese hochfrequente Vibration, sodass die Effizienz bei weitem nicht an die Technik von Olympus ran reicht.

Die Sony A7RV verfügt ebenfalls über das System einer Ultraschall-Sensor-Reinigung, in der Effizienz dem System von Olympus ebenbürtig sein sollte. Zudem verfügt der Sensor über einen Filter, der verhindern soll, dass der Sensor Staub anzieht (antistatische Wirkung).

Hohe Auflösung für Sucher und Monitor

Sowohl das Display als auch der Sucher haben eine sehr hohe Auflösung.

Das Display hat eine Größe von 3,2 Zoll und 2,1 Mio. Pixel.
(zum Vergleich: A7IV 3,0 Zoll bei ca. 1,0 Mio. Pixeln)

Der Sucher hat eine Größe von 0,64 Zoll und 9,4 Mio. Pixel.
(zum Vergleich: A7IV 0,5 Zoll bei ca. 3,7 Mio. Pixeln)

Bei der Auflösung des Suchers hat man diese hohe Auflösung jedoch nur im Wiedergabemodus – wenn man sich also gemachte Aufnahmen anschauen möchte. Möchte man die Auflösung im Live-Modus verbessern, kann man dies einstellen….

Fokus-Bracketing

Mit dem Fokus-Bracketing lassen sich Aufnahmeserien mit leichter Verschiebung des Fokuspunktes machen, sodass diese später am Computer zu einem Gesamtfoto mit maximaler Schärfentiefe verrechnet werden können.

Serienbildgeschwindigkeit

Aufgrund der sehr hohen Auflösung des Bildsensors von 61MP zählt die Kamera bei der Serienbildgeschwindigkeit nicht zu den Topp-Performern. Es sind bis zu 10 B/s möglich, wenn man JPG oder RAW komprimiert (nicht verlustfrei) als Bildqualität eingestellt hat. Dann hat man jedoch eine Begrenzung der Dateien auf 12-bit.

Die vollen 14-bit Farbumfang erhält man, wenn man verlustfreie Komprimierung bei RAW verwendet. Damit reduziert sich die Serienbildgeschwindigkeit auf 7 B/s.

Warum eine A7IV?

Wer auf die o.g. Besonderheiten einer A7RV verzichten kann, ist mit einer A7IV möglicherweise besser bedient. Die Kamera ist nicht nur deutlich günstiger, sondern hat auch einige Vorteile gegenüber der A7RV wie z.B. besseres Rauschverhalten sowie schnelleres Auslesen des Sensors.

Tipps & Tricks

Schnelles Erreichen der Kartenformatierung

Drücke die Tasten „Menü“ und „Papierkorb“ gleichzeitig und halte diese solange gedürckt, bis das Menü erscheint, in dem man die Speicherkarte(n) formatieren kann.

Multishot

Die A7RV kann Fotos mit einer Auflösung von 240 MP erreichen, wenn man die Pixelshift-Methode Multishot aktiviert. Es werden 16 Einzelaufnahmen von einem Motiv gemacht, die dann nachträglich am Computer zu einem Foto verrechnet werden müssen. Dazu kann man die SONY-Desktop-Software Imaging Edge verwenden.

Man kann es jedoch auch mit Photoshop bewerkstelligen. Wie das funktioniert, ist in folgendem Video erläutert.

Akku aufladen in der Kamera

Wenn man ein USB-C-Ladegerät an der Kamera anschließt, wird durch eine orange-farbene LED angezeigt, dass der Akku aufgeladen wird. Wenn der Akku voll aufgeladen ist, geht die LED nach einer Weile aus (nicht sofort ab Erreichen der 100%, sondern etwas später).

Man kann die Kamera während des Shootings mit einem Akkupack verbinden, sodass die Kamera ihren Strom von extern bezieht und die Akkus dabei geschont werden. Es findet jedoch kein Ladevorgang der Akkus statt. Ein Laden der Akkus in der Kamera ist nur möglich, wenn die Kamera ausgeschaltet ist.

Bei angeschlossenem Hochformatgriff werden die Akkus im Batteriegriff aufgeladen, wenn die Kamera ausgeschaltet und der USB-C-Anschluss mit einem Ladegerät verbunden ist.

Anschließen einer Powerbank

Um die Kamera unterwegs mit Strom zu versorgen, kann man auch eine Powerbank anschließen. Die Powerbank muss jedoch gewisse Mindestanforderungen erfüllen, damit eine stabile Stromversorgung möglich ist. Mehr zum Thema findet man auf der Homepage von Gunther Wegener, der die Tücken der Stromversorgung über eine Powerbank umfassend erläutert.

Anzahl der geschossenen Fotos auslesen

Möchte man bei der A7RV wissen, wieviele Fotos bereits mit dem mechanischen Verschluss gemacht wurden, lädt man hierzu das zuletzt geschossene Foto im Original auf eine der folgenden Internetseiten hoch und erhält anschließend die gewünschte Information:

Weitere Möglichkeiten sind hier beschrieben.

Die Wahl der richtigen Dateigröße bei 60MP

Wähle RAW L als Dateiformat und DNG beim Import

Braucht man wirklich immer 60 Megapixel? Nein, ich würde eher sagen, man braucht die 60 MP nur sehr selten. Aber wenn man sie hat, ist es gut – vor allem bei Aufnahmen mit einem langen Teleobjektiv. Als Tier und Vogelfotograf kann man nie genug Brennweite haben. Ich empfehle generell bei der A7RV die 60 Megapixel beizubehalten und diese nicht runter zu skalieren. Denn wenn man das tut, kann man die KI-Entrauschung von Lightroom nicht mehr verwenden – und das ist ein enormer Nachteil, da dies die einzige sinnvolle Rauschfunktion in Lightroom ist, die wirklich gute Ergebnisse liefert.

Gehe ins Menü „Aufnahme > 1 Bildauli. / Aufn. > Bildqualität-Einstlg.“

Hier wählt man nun als Dateiformat „RAW“ und bei RAW-Dateityp „RAW L“ (Verlustfreie Komprimierung L).

Mit dieser Einstellung hat man zum einen eine sehr hohe Auflösung und dennoch eine reduzierte Dateigröße.

Ein Foto, das unkomprimiert 126 MB hat wird mit RAW L auf 70 MB komprimiert, was einer Reduzierung der Größe um 45% entspricht. So kann man deutlich mehr Fotos auf die Speicherkarte schreiben.

Ich konvertiere alle meine RAW-Daten beim Import in Lightroom direkt in das DNG-Format. Dabei reduziert sich die Dateigröße nochmals – in diesem Beispiel auf 57 MB. So kann ich also die Dateigröße um ca. 55% reduzieren, wenn ich RAW L in den Kameraeinstellungen und DNG beim Importvorgang in Lightroom verwende.

Weitere Infos zum Thema findet man in diesem Artikel.

Geringere Serienbildgeschwindigkeit

Wählt man „Verlustfrei komprimiert“, reduziert sich die Serienbildgeschwindigkeit von 10 B/s auf 7 B/s.

Wann der APS-C-Modus Sinn macht

Gehe ins Menü „Aufnahme > 1 Bildauli. / Aufn. > Bildqualität-Einstlg.“

Hier geht man nun auf „APS-C S35-Aufnahme“ und wählt hier „Ein“

Damit schaltet die Kamera in den APS-C-Mocus, sodass das Bild um den Cropfaktor 1,5 beschnitten wird. Das wirkt sich auch unmittelbar auf die RAW-Dateien aus.

Geht man nun wieder zurück in das Menü „Bildqualität-Einstlg.“ sieht man, dass RAW L hier ausgegraut ist und automatisch auf RAW M ungeschaltet wurde.

Man erhält bei dieser Einstellung ein Foto mit einer Auflösung von 26 Megapixeln, was immer noch ein sehr guter Wert ist. Das RAW verbraucht dann nur noch einen Speicherplatz von 34MB und reduziert sich beim DNG-Import nochmals auf 28MB.

Der manuelle APS-C-Modus macht dann Sinn, wenn man schon vor der Aufnahme weiß, dass die Brennweite nicht ausreicht und man das Foto später am Computer zuschneiden wird.

Durch den APS-C-Modus erhält man eine fiktive Brennweitenverlängerung um den Faktor 1,5. Ein 500mm Teleobjektiv hat dann eine Brennweite von 750mm.

Übrigens ist das auf die Karte geschriebene RAW M-Format kompatibel mit der KI-Entrauschung von Lightroom.

Weitere Informationen zum Thema finden sich in diesem Artikel.

Rolling Shutter-Effekt und Banding

Die A7RV ist besonders empfindlich bezüglich des Rolling Shutter-Efekts und Banding – beides ausschließlich bei Verwendung des elektronischen Verschlussses.

Der Rolling-Shutter-Effekt tritt auf, wenn man ein schnell bewegtes Objekt mit dem elektronischen verschluss fotografiert. Das komplette Auslesen des Sensors dauert bei der A7RV ungefähr 1/10 Sekunde. Wenn sich ein Objekt schneller bewegt, kommt es zu Verzerrungen.

Banding sind Artefakte, die bei Verwendung des elektronischen Verschlusses sowie Fotografieren in der Umgebung von LED-Beleuchtung auftreten können.

Möchte man dennoch den elektronischen Verschluss verwenden, um lautlos fotografieren zu können, kann man als Bildqualität ein komprimiertes RAW oder JPG wählen (nicht verlustfrei komprimiert!). Das reduziert die unerwünschten Effekte deutlich, da der Sensor fast doppelt so schnell (1/19 Sekunde) ausgelesen wird. Ebenso erhält man bei dieser Dateieinstellung ein 12-bit-RAW und kein 14-bit!

Auswahl des „richtigen“ Gesichts

Werden einem bei der Motiverkennung „Mensch / Gesicht“ mehrere Gesichter angezeigt (erkennbar durch einen grauen Rahmen), entscheidet sich die Kamera für ein Gesicht auf das fokussiert wird (hellgrauer anstatt dunkelgrauer Rahmen). Drückt man den Auslöser halb durch wird der Rahmen um das Gesicht grün. Möchte man nun zu einem anderen Gesicht wechseln, muss man dies durch Antippen des Gesichts auf dem Display tun. Das ist jedoch nicht praktikabel, wenn man den Sucher verwednet. Bei Verwendung des Suchers sollte man als Autofokusfeld den „gesamten Bereich“ auswählen. Dann kann man mit dem Joystick das korrekte Gesicht auswählen.

Alternative: Man wählt ein kleines Fokusfeld, sodass man den Fokuspunkt gezielt auf das Gesicht setzen kann, das man scharf haben möchte.

AF-Hilfslicht funktioniert nur bei AF-S und AF-A

Wichtig zu wissen: Wenn das AF-Hiflslicht aktiviert ist, funktioniert es nur beim Autofokusmodus AF-S und AF-A.

Staubschutzfunktionen der Kamera

Verschluss geschlossen wenn Kamera ausgeschaltet

Beim Objektivwechsel gelangt unweigerlich Staub und andere in der Luft umherfliegende Teilchen ins Innere der Kamera. Der Schmutz setzt sich u.a. auf dem Bildsensor ab. Dieser Schmutz ist auf den Fotos in Form von Flecken zu sehen. Es gibt bei der A7RV eine Einstellung, die den Verschlussvorhang bei ausgeschalteter Kamera schließt, sodass beim Objektivwechsel nicht der Sensor sondern der Verschlussvorhang zu sehen ist. Dies ist zu finden im Koffermenü (Einstellung) unter 12 auf Seite 60/60 -> Anti-Staub-Funktion -> „Verschl. wenn AUS“.

Ob es zu empfehlen ist, diese Funktion „Verschluss wenn AUS“ zu aktivieren, wird in den Internetforen sehr kontrovers diskutiert. Die einen schwören darauf und berichten, dass sie dadurch viel weniger Staub auf dem Sensor haben als vorher. Andere wiederum warnen davor, weil der Verschluss sehr empfindlich ist. Selbst Sony macht auf einige Risiken aufmerksam:

  • Man soll bei Nichtbenutzen der Kamera immer einen Objektivdeckel auf dem Objektiv haben. Andernfalls könnte es passieren, dass der Verschluss anbrennt – je nachdem, wohin die Kamera gerichtet ist.
  • Man darf den Verschlussvorhang keinesfalls berühren und auch nicht mit einem Blasebalg abblasen, da er ansonsten beschädigt werden kann.
  • Ebenso ist Vorsicht bei Feuchtigkeit (Regentropfen) geboten.

Ich hatte diese Funktion anfangs aktiviert, habe sie jetzt jedoch deaktiviert, u.a. aus folgenden Gründen:

  • Der Verschlussvorhang ist deutlich sensibler als das Glas des Bildsensors. Schon leichte Berührungen können ihn beschädigen.
  • Der Staub und anderer Dreck aus der Luft sammelt sich auf dem Verschlussvorhang und wird beim Auslösen umhergewirbelt. Daher ist der Staubschutz nicht vollständig gegeben, wie es den Anschein hat.
  • Das was sich normalerweise auf dem Sensor ablagern würde, lagert sich auf dem Verschlussvorhang ab – darunter auch Pollen und andere Bestandteile aus der Luft, die klebrig sind. Mit einer Nassreinigung (Sensorswabs und Reinigungflüssigkeit) kann man den Sensor von diesem Schmutz befreien. Der Verschlussvorhang lässt sich jedoch nicht reinigen.
  • Meine A7RV hat eine sehr effektive Ultraschall-Sensor-Reinigung (s. unten).

Ultraschall-Sensor-Reinigung

Die Sensor-Reinigung wird immer dann ausgelöst, wenn man die Kamera ausschaltet. Man die Reinigung auch manuell über das Koffermenü anstoßen: Koffermenü (Einstellung) unter 12 auf Seite 60/60 -> Anti-Staub-Funktion -> „Sensor-Reinigung“.

Was die A7RV NICHT hat

Für den hohen Preis, ist die A7RV nichtmal außergewöhnlich gut ausgestattet. So fehlen ihr Funktionen, die Kameras in deutlich niedrigerem Preissegment bieten – allen voran die OM-System OM-1 Mark II (Micro-Four-Thirds, ehemals Olympus), deren Funktionsumfang ihresgleichen sucht:

  • Live Bulb
  • Live Composite
  • ND-Filter
  • Pre-Capture
  • Hohe Auflösung per Pixelshift in Kamera zusammengesetzt
  • Fokus-Bracketing in Kamera zusammengesetzt
  • Überblendung von Fotos

„Helle Überwachung“ nur per Tastendruck

Es gibt eine Funktion in der A7RV, die man ausschließlich per Tastendruck aufrufen kann. Diese Funktion nennt sich „Helle Überwachung“. Damit soll bei besonders dunkler Umgebebung eine bessere Beurteilung des Bildes auf dem Monitor oder im Sucher ermöglicht werden. Es ist also eine Art „Nachtsichtgerät“.

Um die „Helle Überachung“ nutzen zu können, muss man eine der frei belegbaren Tasten mit dieser Funktion belegen.

Die „Helle Überwachung“ findet man im Aufnahmemenü unter Punkt 9

Zubehör

Speicherkarten

Bei meiner A7RV gibt es 4 Kartenslots – 2x SD-Karten und 2x CFExpress Typ A. Letzters gibt es aktuell nur für Kameras von SONY, was insofern schlecht ist, da die Karten entsprechend wenig verbreitet und teuer sind.

https://www.sonyalphaforum.de/sd-karten/sd-karte-sony-alpha

Karten mit Speicherschutz durch einen verstellbaren „Hebel“ würde ich nicht empfehlen, da sich dieser Hebel bei mir immer wieder verstellt. Man kann auf diesen Mechanismus getrost verzichten. Wer löscht schon aus Versehen seine Fotos?

SONY VG-C4EM Hochformatgriff

Der Hochformatgriff von SONY Modell VG-C4EM ist sehr praktisch, wenn man mit langen Telebrennweiten arbeitet, oder wenn man auf einem Event (wie z.B. einer Hochzeit) fotografiert. In den Griff passen zwei Akkus rein. So hat man die doppelte Power.

Es gibt für die SONY A7-Modelle zwar auch Griffe von Drittherstellern, aber ich halte nichts von diesen Billigteilen und greife lieber gleich zum Original.

Man kann die Akkus im Griff auch aufladen – und zwar genauso, wie man auch sonst einen Akku in der Kamera aufladen würde, indem man am USB-C-Port der Kamera ein Ladegerät anschließt. Auch hier wird der Ladevorgang über die organgefarbene LED angezeigt.

Kompakter Blitz mit einem Makel – Sony HVL-F28RM

Der Blitz ist für seine Größe sehr leistungsstark und arbeitet dennoch stromsparend. Ich habe eine ganze Hochzeit damit fotografiert und nur einmal die Akkus (2 AA) gewechselt. Der Blitz hat jedoch einen Makel: man kann damit im Hochformat nicht indirekt blitzen, weil er sich nur ein eine Richtung schwenken lässt, was sehr schade ist, da es ansonsten der für mich perfekte Blitz wäre. Er ist kompakt, leicht und sehr leicht zu bedienen.

Alternative: HVL-F32M

Der SONY HAVL-F32M ist nur unwesentlich schwerer, nimmt ebenfalls 2 AA-Batterien auf und lässt sich in alle Richtungen schwenken. Hier fehlt das R in der Typenbezeichnung. Das R steht für „Remote“. Der Blitz lässt sich also nicht über Funk auslösen, was für mich keine Rolle spielt.

Der HVL-F32M scheint ein Auslaufmodell zu sein, da man ihn neu fast nicht mehr kaufen kann. Die meisten Fotofachhändler haben den Blitz nicht (mehr) im Programm. Ich habe ihn von privat „neu“ gekauft – für knappe 180 Euro inkl. Versand – original verpackt und unbenutzt.

Objektive mit Linearmotor „klappern“

Bei manchen Objektiven hört man ein Klappern im Innern, wenn man es bewegt. Das ist normal und kein Defekt. Dieses Klappern hört man nur bei Objektiven mit einem Linearmotor.

Sony schreibt hierzu folgendes:

Diese Einheit verwendet einen Linearmotor, um das Objektiv anzusteuern. 

Wenn der Linearmotor nicht mit Strom versorgt wird (*), wird die Objektivgruppe nicht in einer festen Position gehalten. Wenn die Einheit geschüttelt wird, kann sich die Objektivgruppe bewegen und ein Geräusch erzeugen. Dies ist jedoch keine Fehlfunktion. 

Darüber hinaus wirkt sich dies auch dann nicht auf die Leistung usw. aus, wenn sich die interne Objektivgruppe aufgrund von Vibrationen während des Transports usw. bewegt. 

* Wenn die Kamera ausgeschaltet ist oder wenn die Einheit nicht an die Kamera angeschlossen ist

Quelle: Homepage von SONY

Sensorreinigung

Wenn sich auf dem Sensor Dreck abgelagert hat, der mit der automatischen Reinigungsfunktion (Ultraschall Vibration) nicht beseitigt werden kann, kann man folgendes tun:

Reinigung mit Blasebalg

Man beseitigt das Objektiv bzw. den Bajonettdeckel der Kamera, sodass man in das Innere der Kamera schauen kann und der Bildsensor zu sehen ist (wenn der Verschlussvorhang zu sehen ist, sollte die Kamera so eingestellt werden, dass der Verschlussvorhang bei ausgeschalteter Kamera nicht geschlossen wird. Es darf keinesfalls gegen den Verschlussvorhang geblasen werden!). Nun hält man die Kamera nach unten und bläst mehrfach den Sensor ab, sodass der größte Teil des Staubes abgeblasen wird.

Nassreinigung mit Swabs und Flüssigkeit

Wenn eine Trockenreinigung mit Hilfe des Blasebalgs nicht ausreicht, muss man eine Nassreinigung durchführen. Dazu benötigt man spezielle Sensor Swabs, die auf die Größe des Sensors abgestimmt sind, z.B. 24mm breit bei Vollformatsensoren.

Es gibt sehr viele verschiedene Marken mit sehr großen Preisunterschieden. Ich würde hier von Noname- oder Biligprodukten abraten. Letzten Endes kommen sie teurer, da sie kaum eine Reinigungswirkung haben. Ich hatte z.B. mit Swabs von Lensaid sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Diese nehmen den Staub nicht auf und verteilen ihn nur auf dem Sensor. Dagegen hatte ich mit Swabs von Rollei (gibt es kaum noch) gute Erfahrungen gemacht.

Mit die besten Swabs dürften diese sein:

Linksammlung

Sofern nicht anders vermerkt (in Klammern engl. für englisch), handelt es sich um deutschsprachige Seiten.

Portale & Foren

Objektive & Zubehör

Anleitungen / Tipps & Tricks

Fotopraxis

Notizen

Autofokus

  • Af Modi: AF-S, AF-C, AF-A, DMF, MF
  • Felder: Spot, erweiterter Spot, Tracking, etc.
  • AF Verfolgungsempfindlichkeit: 1 (verriegelt) – 5 (reaktiv)
  • Auslösepriorität: AF / Auslösen / ausgeglichen (einstellbar für jeweils AF-S und AF-C)
  • AF-ON-Button / Knopf am Objektiv / Belegbare Funktionen

Knöpfe belegen

  • Autofokus halten, AF bei gedrückter Taste speichern
  • Augen-Af – für die Dauer des Tastendrucks ist die Gesichtserkennung aktiviert.
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Kategorisiert als Allgemein

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